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Storyteller | Rachael Hale McKenna

Wie heißt es so schön? Arbeite niemals mit Kindern und Tieren. Die international anerkannte Fotografin Rachael Hale McKenna hat beides mit Erfolg bewältigt, und dabei eine Reihe von Bestsellern hervorgebracht sowie eine Schar von Fans für sich gewinnen können, die von ihren Bildern hellauf begeistert sind.

Regeln sind da, um gebrochen zu werden. Dass es schwierig sein kann, mit Kindern und mit Tieren zu arbeiten, ist eine etwas ironische Behauptung, die von der neuseeländischen Fotografin Rachael Hale McKenna souverän widerlegt wurde.

Und tatsächlich hat sie die beiden vorgenannten und zudem überraschend ähnlichen Modelle zur ihrem Lebenswerk erkoren und sich damit international einen Namen gemacht, sowie die Herzen unzähliger Fans erobert, die auf ihren ungezwungenen visuellen Ansatz schwören, und auch auf ihr unfehlbares Geschick, mittels dessen sie Bilder schafft, die eine angenehm unverfälschte Umgebung darstellen, in der einfach alles perfekt zusammenpasst.

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„Ich war eine der Glücklichen, da ich schon mit acht Jahren wusste, dass ich Fotografin werden will“, so McKenna. „Ich habe schon im zarten Alter ein Kamera-Set bekommen, und es fühlte sich für mich sehr natürlich an, nach draußen zu gehen und Fotos zu knipsen. Ich war noch nie Fan einer 35mm-Brennweite. Meine erste richtige Kamera war eine Rolleiflex TLR und als nächstes bekam ich dann eine gebrauchte Hasselblad 500C in die Hände. Ich war von dieser Kamera sehr begeistert und habe sie auch heute noch – und obwohl ich sie mittlerweile nicht mehr verwende, würde ich mich nie von ihr trennen.“

Nach ihrem Fotografie-Studium an einer Hochschule für Gestaltung hatte Rachael 1991 das Glück, eine Stelle als Assistentin der weltbekannten Baby-Fotografin Anne Geddes zu ergattern. Nachdem sie sich anschließend auf Weltreise machte, kehrte sie zwei Jahre später nach Neuseeland zurück, um dort ihr eigenes Studio zu eröffnen, das sich auf Tier- und Kinderfotografie spezialisierte.

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Nachdem sie ihrem Fotogeschäft 2007 ein neues Image gab, entschied sich Rachael für einen Kurswechsel, und wollte ihre Fotografie aus dem Studio heraus und in die Natur verlagern. „Ich wollte einfach etwas ausprobieren, das neu und ungewohnt für mich war“, so McKenna. „Ich war auf der Suche nach einem Projekt, das so gar nichts mit meiner vorherigen Arbeit zu tun hatte, und darum ging ich 2010 auf meinen Verlag zu, um herauszufinden, ob vielleicht Interesse an einen Fotoband bestünde, der Katzen in französischen Landschaften thematisierte. Die Idee fand Anklang, und so nahmen die Dinge ihren Lauf: Mein Mann hatte zuvor bereits in Frankreich gearbeitet, somit waren wir mit dem Land schon ein wenig vertraut; wir hatten auch eine kleine Tochter, und somit nahmen wir dies als Chance für die ganze Familie wahr, Zeit miteinander zu verbringen. Es war mein Traumberuf: Sechs Monate lang durch das Land reisen, wunderschöne Katzen in Landstrichen und Dörfern fotografieren, die ihren eigenen, bezaubernden Charakter hatten – ich genoss jede Minute davon.“

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Das Ehepaar bereitete sich auf die Reise vor, indem sie Kontakt zu Landhotels in ganz Frankreich aufnahmen und dort anfragten, ob sie vielleicht Katzen hätten, die in das Buch aufgenommen werden könnten. Die Resonanz war überwältigend, und mit einer fertigen Reiseroute wurde ihrem Vorhaben Struktur verliehen. „Unser Budget war sehr knapp bemessen“, erinnert sich die Fotografin. „Wir machten bei Campingplätzen und kleinen Pensionen Rast, und erhielten manchmal von den Besitzern der jeweiligen Bleibe, bei der wir unsere Fotos aufnahmen, einen Rabatt. Ich begann ebenfalls damit, Katzen auf den Straßen zu fotografieren, und fertigte dadurch nach und nach einen Reisebericht über das Land an. Ein Bericht, in dem die Umgebung nicht minder wichtig war als die Katzen selbst.“

Kontinente für Katzen und Hunde überqueren:

Als das Buch ‚Katzen: Französische Landsitze und ihre Bewohner‘ 2011 herauskam, war es sofort ein voller Erfolg, und bald darauf war McKenna wieder auf den Straßen Frankreichs unterwegs, um an einer Fortsetzung zu arbeiten, ‚Hunde – Romantische Orte Frankreichs und ihre Bewohner‘, das im darauffolgenden Jahr veröffentlicht wurde. Daraufhin hielt sie nach einem Anschlussprojekt Ausschau, im Zuge dessen auf dieselben Themen – diesmal jedoch in einem anderen Kontext – eingegangen würde, und das Ergebnis war ein Umzug nach New York für sechs Monate im Jahr 2013, während sie Fotos für ihr Buch ‚New York City Dogs‘ aufnahm, das Anfang 2014 herauskam.

„Es war ein gänzlich anderes Projekt verglichen mit dem, was davor war: Zum Einen ist es Hunden in New York nicht gestattet, so frei herumzustreunen wie dies bei den Hunden in Frankreich der Fall ist, und daher kam es nicht in Frage, dass ich sie ohne Genehmigung fotografieren würde. Bevor wir also in der Stadt ankamen, gab ich bekannt, dass ich gerade an diesem Buch arbeite, und wurde auf einen Schlag mit Antworten überhäuft. Von diesem Punkt an ging es nur noch um die Wahl derjenigen Modelle, die am besten meinen Vorstellungen entsprachen. Ich wollte einen abwechslungsreichen Querschnitt aus verschiedenen Rassen, die aus unterschiedlichen Stadtteilen kamen, um so viele verschiedene Aspekte New Yorks wie möglich abzudecken.“

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Durch alle drei Projekte hinweg ist Rachael dem Mittelformat treu geblieben, bei dem sie sich in ihrer Arbeit prinzipiell am wohlsten fühlt. „Ich hatte schon immer viel für größere Formate übrig“, so McKenna. „Zu Beginn machten mir auch Kameras mit dem Format 4×5 Spaß, da sie mich die Geduld lehrten, die man braucht, wenn man auf der Suche nach Bildern ist – und das ist auch besonders wichtig bei der Arbeit mit Kindern und Tieren. Es geht nicht darum, eine Szene mit Bildern zuzupflastern. Es geht um das Aufbauen eines harmonischen Verhältnisses zum Modell, und sobald einem das gelungen ist, wählt man den richtigen Moment für die Aufnahme.

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„Selbst heute noch, wenn ich mit einer digitalen Hasselblad arbeite und weniger Anlass zur Sorge darüber besteht, bei wie vielen Bildern ich schon bin, nehme ich nur ca. fünf bis sechs Bilder pro Szene auf. Menschen werden gerne mal faul, wenn sie glauben, dass es keine Rolle spielt. Das ist aber mangelnde Disziplin: Ich investiere nach wie vor sehr viel Zeit in meine Bilder. Doch nehme ich nur dann neue auf, wenn ich der Meinung bin, dass ich etwas gefunden habe, das es verdient hat, festgehalten zu werden.“

Ihre traditionelle Herangehensweise geht soweit, dass sie ihren auf Filmbasis funktionierenden Hasselblads treu blieb, bis sie endlich überzeugt war, dass die Qualität der digitalen Fotografie endlich mithalten konnte, und sie nimmt nun den Großteil ihrer Arbeit mit einem 80mm-Standardobjektiv auf; ab und zu arbeitet sie je nach Situation mit 55mm. Sie meidet ebenfalls künstliches Licht so gut es geht, und bevorzugt stattdessen natürliche Kulissen, sofern dies irgendwie möglich ist. Denn sie ist überzeugt davon, dass es so authentischer aussieht und ein besserer Draht zu ihren Modellen hergestellt wird.

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„Ich habe auch mit H4D- und H5D-Kameras gearbeitet“, so McKenna, „die echt klasse sind. Ich muss aber sagen, für die Zukunft habe ich ein Auge auf eine H5D-50c mit CMOS-Sensor geworfen. Die Bildqualität ist exakt das, was ich von einer Hasselblad erwarten würde, doch aufgrund dessen, dass ich den ISO-Wert ein klein wenig weiter hochdrehen kann, habe ich mehr Spielraum bei schlechten Lichtverhältnissen.“

Mit ihren neuen laufenden Projekten, wozu auch ein ‚Kiwikatzen‘-Buch zählt, hat Rachael alle Hände voll zu tun und verfügt über zahlreiche Gründe, weiterhin aktiv nach neuen Motiven zu suchen. Ihr unfehlbares Auge für ein Bild und ihre Verbundenheit mit Tieren und Kindern sorgen dafür, dass ihre vielen Fans mehr als genug Stoff für einige erfreuliche Jahre haben werden.

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Weitere Informationen:

www.rachaelmckenna.com

Camera model
Exposure time
Aperture
ISO
Exposure mode
Auto exposure Manual exposure Auto bracket
Photographer