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Storyteller | Karl Taylor

Vom Alltäglichen zum Magischen

Der professionelle Hasselblad-Fotograf und -Ausbilder Karl Taylor kennt keinen Stillstand. Stattdessen sucht er ständig nach neuen Herausforderungen und ist begierig, die dabei entstehenden Probleme zu lösen.

Karl Taylor mag es nicht, auf Nummer sicher zu gehen. Er fühl sich pudelwohl, wenn er Neuland betreten kann – sei es bei einem Mode-Shooting unter widrigen Umgebungsbedingungen (wie auf Island) oder in seiner Rolle als Hasselblad-Botschafter, wenn er bei einer Show live vor Publikum anspruchsvolle Hochgeschwindigkeits-Blitzaufnahmen macht und mit Farbe gefüllte Ballons genau beim Platzen ablichtet. Die Tatsache, dass seine Bemühungen stets von Erfolg gekrönt sind, unterstreicht seine überragenden technischen und kreativen Fähigkeiten sowie seine eisernen Nerven angesichts einer nahezu überwältigenden Erwartungshaltung.

© Karl Taylor

„Herausforderungen sind für mich das Salz in der Suppe. Zunächst entwerfe ich ein Bild vor meinem inneren Auge. Dann erstelle ich davon eine Skizze und suche nach Möglichkeiten, meine Vorstellungen umzusetzen. Was mich fasziniert, sind die technischen Aspekte der Beleuchtung, physikalische Phänomene und die Probleme, die ich bewältigen muss – zumal ich meine Bilder bereits bei der Aufnahme möglichst perfekt sein sollen. Auf die Nachbearbeitung in Photoshop möchte ich mich nicht verlassen. In meinem Notizblock halte ich Bildideen fest, die ich in Zukunft umsetzen will, sobald sich dazu die fotografische Gelegenheit ergibt. Diese Ideen werden bei ihrer Entstehung oft filmisch festgehalten. Dieses Material nutzen wir für Tutorials, Workshops oder zukünftige Liveshows.“

sidi_boot_copy-compressor© Karl Taylor

Die Entdeckung der Fotografie

„Auf Guernsey, einer der Kanalinseln, bin ich geboren und aufgewachsen. Mit 16 Jahren beendete ich die Schule und trat eine vielversprechende Stellung in der Designbranche an. Knapp ein Jahr später wurde ich jedoch auf die Straße gesetzt und fand schließlich eine neue Anstellung in einem Fotofachgeschäft. Diesen Job nutzte ich als Lückenfüller, während ich nach einer anspruchsvolleren Beschäftigung suchte. Diese Zeit diente mir als Einstieg in die Welt der Fotografie. Wir Angestellten erhielten Aufgaben und Aufträge, bei denen wir unsere Kenntnisse zu den verkauften Kameras erweitern konnten.

Diese intensive Auseinandersetzung hat mich neugierig gemacht. Von nun an sollte mein Leben im Zeichen der Fotografie stehen: erst als Assistent, dann – in meinen frühen Zwanzigern – machte ich eine Karriere als Fotojournalist, die mich 3 Jahre lang nach Südostasien führte.“

Hawk-compressor© Karl Taylor

„Schlussendlich hatte ich genug von der ständigen finanziellen Klammheit. Also machte ich mich auf den Weg nach Australien, wo ich eine Zeitlang als Assistent in einem kommerziellen Studio arbeitete. Dort entdeckte ich die besondere Faszination kontrollierter Lichtbedingungen. Ich machte mich mit den erforderlichen Techniken vertraut und kehrte nach Guernsey zurück, um mein eigenes Studio aufzubauen. Guernsey ist zwar eine Insel, bietet trotzdem wesentliche Standortvorteile, da sich hier zahlreiche Unternehmen und Offshore-Steuerbüros niedergelassen haben.“

Bei der Produktfotografie kommt es nach wie vor auf eine maximale Bildqualität an, daher waren in Karl Taylors Studio Mittel- und Großformatkameras von Anfang an erste Wahl. Die Materialkosten waren in der analogen Ära allerdings exorbitant. Der finanzielle Aufwand betrug damals über 17000 Britische Pfund pro Jahr. Als Qualität und Auflösung der Kamerasensoren immer mehr stiegen, suchte Karl Taylor nach einer Alternativlösung und fand eine Hasselblad H1, die er mit einem Imacon-Rückteil einsetzte. Alte Liebe rostet nicht – und so dauert diese Beziehung bis heute an.

vodka_flat_1-compressor© Karl Taylor

„Durch den Umstieg auf die H1 konnte ich bei unveränderten Preisen mehr Gewinn erwirtschaften, da mir keine Filmkosten mehr entstanden. Mittlerweile arbeite ich seit 11 Jahren mit Hasselblad-Kameras – erst mit der H3, dann mit einer H4 und jetzt mit einer H5D-50 CCD. Ich bin sehr zufrieden! Bei Kampagnenaufnahmen am Hasselblad-Stand auf der photokina 2014 habe die die H5D-50c mit einem CMOS-Sensor verwendet. Die Qualität der Bilddateien im hohen ISO-Bereich hat mich buchstäblich umgehauen. Ich habe ein Model im Science-Fiction-Stil fotografiert. Das einzige Licht dabei spendeten Leuchtstoffröhren. Als ISO-Werte nutzte ich 800 und 1600. Die extrem hohe Qualität der Dateien, vor allem im stark vergrößerten Zustand, war einfach nicht zu fassen. Es war praktisch kein Bildrauschen zu erkennen!“

© Karl Taylor

Bei Aufnahmen im Studio unter kontrollierten Lichtbedingungen bevorzugt Karl Taylor jedoch eine Kamera mit CCD-Sensor. Dabei profitiert er von ISO 50 als niedrigster Einstellung – verglichen mit ISO 100 bei der H5D-50c. „Beide Kameras sind ohne Frage großartig, aber der CCD-Sensor passt mir einfach besser.“

Seine Hasselblad-Kameras werden um eine Beleuchtungsausstattung ergänzt, die höchsten Ansprüchen genügt: leistungsstark, tragbar und extrem schnell. Diese Voraussetzungen sind unabdingbar für die Art von High-Speed-Fotografie, die Karl Taylor betreibt. Vor einigen Jahren entschied er sich, seine vorhandene Beleuchtung durch Broncolor-Einheiten und Para-Reflektoren zu ersetzen. Zusammen mit seinen Kameras besitzt er nun eine perfekt abgestimmte und hochflexible Ausrüstung.

© Karl Taylor

Immer weiter

Obwohl Karl Taylor den Bereich Modefotografie, das ganze Drumherum beim Umgang mit Models sowie die Zusammenarbeit mit einem Supportteam mag, steht bei persönlichen Projekten die Produktfotografie an erster Stelle. Hierbei ist er ein wahrer Meister seines Fachs, der ganz normale Produkte in strahlende Luxusobjekte verwandeln kann.

„Ich rede oft davon, dass ich das Alltägliche in etwas Magisches umwandle. Dazu nutze ich Präzision, meine Beobachtungsgabe und die Beherrschung der Lichttechnik. Alle diese Faktoren stellen das Erfolgsgeheimnis hinter einer perfekten Produktaufnahme dar. Man muss in der Lage sein, einen Gegenstand zu betrachten und sein Wesen zu ergründen – egal, ob es sich um ein iPhone, eine Stereoanlage oder eine Flasche Whisky handelt, die fotografiert werden soll. Man muss das Objekt ausgiebig betrachten, es in den Händen drehen, seine Konturen oder die Eigenschaften kennenlernen, die auf einem Bild zum Tragen kommen. Es gilt, die Facetten des Produkts herauszustellen, auf die der Kunde besonderen Wert legt.

© Karl Taylor

„Danach kommt es darauf an, das richtige Beleuchtungsszenario zu finden, um den Gegenstand in ein attraktives und dynamisches Licht zu rücken. Kompromisse sind tabu: Viele, die sich zum ersten Mal mit der Produktfotografie befassen, machen auf den ersten Blick recht ansehnliche Bilder. Doch beim zweiten Hinsehen stellt sich heraus, dass ein Highlight nicht zu 100% sitzt, dass die Geometrie nicht exakt stimmt und dass eines der Lichter lieber etwas heller oder besser hätte positioniert sein dürfen. Und alles liegt daran, dass sich der Fotograf zu früh zufriedengegeben, nicht genau genug hingeschaut oder sich einfach gesagt hat: ‘Den Rest erledige ich in Photoshop.’ Aber so wird das nichts! Alles muss extrem präzise sein. Kompromisse sind tabu. Eine sehr gute Beobachtungsgabe ist unabdingbar.“

winesmash1_1-compressor© Karl Taylor

Karl Taylor weiß, dass nur die allerbesten Fotografen dauerhaft zufriedene Kunden besitzen. Er ist sich dessen bewusst, dass er jedesmal Aufnahmen von höchster Qualität liefern muss. „Meine Auftraggeber erwarten Höchstleistungen. Sie kennen die erforderlichen Standards und beauftragen mich oder Fotografen auf demselben Niveau, da sie sich auf unsere Fähigkeiten verlassen können. Sie wissen, dass wir ihre Vorstellungen umsetzen und ihre Visionen realisieren können. Genau das mag ich an meiner Tätigkeit: Ein Art Director bespricht mit mir ein Shooting. Dabei weiß er noch nicht, wie das Projekt fotografisch umgesetzt werden kann. Ich finde dann eine Möglichkeit, die Ideen in die Tat umzusetzen.“

„Diese Herausforderungen dienen mir als stetige Motivationsquelle. Da ich stets versuche, mindestens 90% der fertigen Aufnahme allein mit der Kamera zu erstellen und lediglich den letzten Feinschliff in Photoshop anzulegen, wirken meine Bilder wesentlich realistischer und besitzen eine viel größere Klarheit.“

 

www.karltaylorportfolio.com

Facebook: Karl Taylor Photography

Instagram: @karltaylorphotography

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