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Storyteller | Diane Tuft

„Ich glaube, dass meine Hasselblad die erste war, die es bis zum Nordpol geschafft hat.“ – Expeditionsfotografin Diane Tuft.

Mit einer H5D am nördlichsten Punkt der Welt

Um einen Fotografen zu finden, sucht man normalerweise nach einem Portraitstudio oder einem kommerziellen Fotostudio, man sucht auf Hochzeiten, Laufstegen, Sportplätzen oder auch in einem Lavendelfeld in Südfrankreich.

Doch um in diesem Sommer Diane Tuft ausfindig zu machen, musste man sich auf einen russischen Atomeisbrecher im Arktischen Ozean begeben.

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Als kleines Kind fühlte sich Diane Tuft stets magisch zu der Landschaft hingezogen, die sich rund um ihr Haus in East Hartford (Connecticut, USA) erstreckte. „Das war mein Spielplatz,“ sagt sie.

Ihre enorme Liebe zur Natur mündete in einem wissenschaftlichen Studium sowie einem Hochschulabschluss in Mathematik an der University of Connecticut.  Mittlerweile nutzt Diane Tuft als gefeierte Expeditionsfotografin und Medienkünstlerin ihren Blick für das Besondere sowie ein Hasselblad-Objektiv, um fortwährend unsere im ständigen Wandel begriffene Umwelt zu dokumentieren – häufig an extrem abgelegenen Orten.

Zu den weit entfernten Locations, an denen sie in den vergangenen Jahren Fotos aufgenommen hat, zählen u.a. Island, Grönland und die Antarktis. In diesem Sommer machte sie sich erneut auf die Reise, um die Wirkung des Lichts auf die Landschaft des Arktischen Ozeans zu erkunden. Dies geschah im Rahmen der einzigartigen Nordpolexpedition „The Arctic Melt“.

Diane Tuft nutzt ihre eigene Methode, um die visuellen Effekte von „unsichtbarem Licht“ (Infrarot- und UV-Licht) in unterschiedlichen Landschaftstypen zu erforschen. Ihre Aufnahmen von Elementen dieser unberührten Landschaften ähneln eher surrealen Kunstwerken als Reisefotografien.

Die Diskussionen um das Verschwinden der Ozonschicht und die globale Erwärmung dauern an, doch Diane Tuft und ihre Hasselblad dokumentieren beständig die Wirkung von UV-Licht auf unsere Landschaften. Dabei ist eine Vielzahl von herausragenden Aufnahmen entstanden, die wie von einer anderen Welt scheinen und uns zum Denken anregen.

Diane Tuft berichtet für „Storyteller“: „The Arctic Melt ist die logische Folge meiner visuellen Forschungen zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die fotografische Dokumentation der arktischen Landschaften. Ich glaube, dass die Folgen der Meereisschmelze und des Gletscherrückgangs in der Arktis maßgeblich für die Änderungen verantwortlich sind, die derzeit auf unserem Planeten stattfinden. Durch die Kombination aus Wissenschaft und Kunst möchte ich mich den grundlegenden Problemen, vor denen wir stehen, mit einer neuen Perspektive nähern.“

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Der Arktisexpedition im Sommer 2015 begann im norwegischen Svalbard, 600 Seemeilen nördlich vom nördlichsten norwegischen Küstenzipfel.

Diane Tuft berichtet: „Ich verbrachte drei ganze Tage in Longyearbyen (der größten Siedlung und dem Verwaltungszentrum von Svalbard). In dieser Zeit überflog ich Gletscher, Berge, Täler und Fjorde. Meine Hasselblad H5D mit einem 210-mm-Objektiv erwies sich als ideale Lösung, um aus rund 60 m Höhe selbst die kleinste Schneeflocke aufzunehmen. Diese Kamera war nicht nur extrem tragbar, sondern auch besonders benutzerfreundlich, z.B. beim Anpassen des Weißabgleichs.

Dank Verschlusszeiten von unter 1/800 s wiesen meine Bilder keine Bewegungsunschärfen auf. Dank des digitalen Mittelformatrückteils von Hasselblad konnte ich komplexe Teile der unter mir liegenden Landschaft auf den Sensor bannen. Das 210-mm-Objektiv war perfekt für Detailaufnahmen von Eisbergen und Tierfotos, während ich auf dem Boden im Einsatz war. Doch ich muss sagen, dass ich von der Flexibilität des 50-110-mm-Zooms rundum überzeugt war, wenn ich in einer Situation nur wenig Spielraum hatte oder wenn ich einen weiteren Bildwinkel benötigte.“

Nach Svalbard standen Murmansk, Russland und der Nordpol auf dem Programm.

Diane Tuft führt weiter aus: „Ein russischer Atomeisbrecher stellt die einzige Möglichkeit dar, zum Nordpol zu gelangen. Nach dem ersten Reisetag von Murmansk durch die Kola-Bucht in der Barentssee näherte sich das Schiff dem Meereis des Arktischen Ozeans. Die nächsten zehn Tage pflügten wir unseren Weg durch die verschiedene Eisstärken.

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Die meisten Bilder, die auf dieser Etappe entstanden, wurden entweder vom Bug oder Heck des Schiffes aufgenommen.  Bei einer Reisegeschwindigkeit zwischen 3 und 12 Knoten pro Stunde bewegte sich das Schiff mit einem ständigen Rucken, während es die Eisfläche durchbrach. Wir mussten zurücksetzen und erneut ansetzen, wenn der Eispanzer so fest war, dass er sich nicht beim ersten Mal durchbrechen ließ. Die H5D konnte auch an dieser Stelle wieder ihre mobilen Vorzüge ausspielen. Sie ermöglichte mir Aufnahmen vom Eis, während es aufgebrochen wurde, da ich mich mit der Kamera über die Schiffsreling lehnen konnte.

Als sich Eisbären dem Schiff näherten, konnte ich ihre imposanten Körperbewegungen direkt fotografisch einfangen.

Diane Tuft erinnert sich: „Ich konnte mich zwar nicht den Vögeln nähern, die auf Rubini Rock nisteten. Auch in die Nähe der Walrosse gelangte ich nicht. Doch mein 210-mm-Objektiv erfüllte seine Aufgabe mit Bravour. Dank des Mittelformats konnte ich die Bilder so stark vergrößern, dass der Eindruck entstand, ich hätte mich direkt vor den Tieren befunden.“

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Wenigen Menschen ist es vergönnt, die Wunder der Arktis mit eigenen Augen zu erleben.

Diane Tuft konstatiert: „Wir waren erst das 53. Land- oder Wasserfahrzeug, das jemals an den Nordpol gelangt ist. Unsere Reise war die einzige überhaupt, bei der der Nordpol zur Sommersonnenwende erreicht wurde.“

Sie fügt hinzu: „Ich glaube, dass meine Hasselblad die erste war, die es bis zum Nordpol geschafft hat.“

Mit meinen Bildern möchte ich die majestätische Kraft und extreme Strenge der Natur vor dem Hintergrund der Zerstörung von Umwelt und Atmosphäre hervorheben, die in globalem Maßstab voranschreitet.

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Während der Fahrt gab es einige knifflige Situationen, doch diese Kamera bewältigte alle Herausforderungen mit spielerischer Leichtigkeit. Ich freue mich, dieses besondere Werkzeug auch auf meiner nächsten Reise wieder einsetzen zu dürfen.“

* Einzelausstellungen von Diane Tufts Arbeiten waren in der Marlborough Gallery, Ameringer-Yohe Gallery und Pace Gallery (New York) sowie in The Kimball Art Center (Park City, Utah) zu sehen.

Ihre Werke werden in zahlreichen Museen in den USA ausgestellt. Beispiele finden sich in der ständigen Sammlung des Whitney Museum of American Art und dem International Center of Photography in New York, dem Parrish Art Museum (Water Mill, NY) und in zahlreichen privaten Sammlungen.

Diane Tuft beteiligt sich an öffentlichen Kunst- und Wissenschaftsforen, die sich speziell mit globaler Erwärmung, dem Ozonloch sowie dem infraroten und ultravioletten Lichtspektrum beschäftigen.

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www.dianetuft.com

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