Storytellers

Babak Tafreshi

Dunkle Geheimnisse

Die meisten Landschaftsfotografen legen ihre Kameras bei Einbruch der Dunkelheit beiseite. Nicht so Babak Tafreshi: Für ihn beginnt die Arbeit erst jetzt, er konzentriert sich auf den nächtlichen Himmel und ergründet die Beziehung zwischen der Erde und dem Raum, der uns umgibt.

Man braucht schon ein besonders geübtes Auge, um die Dinge zu schätzen, die für so viele von uns selbstverständlich sind. Der nächtliche Himmel ist hierfür ein gutes Beispiel. Wie oft bleiben wir stehen und schauen zu den Sternen? Wann haben wir uns das letzte Mal wirklich Zeit genommen, um das Erscheinungsbild des Mondes gründlich zu studieren? Für Babak Tafreshi beginnt die Fotografie erst richtig, wenn das Licht vom Himmel gewichen ist und Dunkelheit hereingebrochen ist. Er reist um die Welt auf der Suche nach „Nightscapes“, wie er die Bilder nennt, welche die Erde und das sich ständig wandelnde Licht des Himmels über unseren Köpfen in einer einzigen Aufnahme einfängt. Kunst und Wissenschaft vereinigen sich hier in ästhetischer Weise zu einer prächtigen Mischform.

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Tatsächlich war es der Mond, der Babaks Interesse an Astronomie entfachte, und noch heute hat er den Moment genau vor Augen. „Es war 1991 und ich war 13 Jahre alt“, erinnert er sich. „Ich war in der Wohnung meiner Familie im Zentrum von Teheran und zum allerersten Mal habe ich den Mond durch ein Teleskop beobachtet. Ich konnte einfach meinen Augen nicht trauen: Diese Nacht veränderte mein Leben völlig. Von diesem Augenblick an wurde der nächtliche Himmel zu meinem zweiten Zuhause oder – wie meine Frau mich oft erinnert – zu meinem ersten Zuhause! Wenn ich unter dem Sternenhimmel stehe, verspüre ich Frieden, Freude und innere Ruhe.“

Angesichts der Erhebung, die er beim Anblick des Himmels empfand, dauerte es nicht lange, bis Babak seine Erlebnisse festhalten wollte – Fotografie wurde neben der Beobachtung der Sterne zu seiner zweiten Leidenschaft. Anfangs nahm er seine Bilder mit einer einfachen am Teleskop befestigen Spiegelreflexkamera auf, doch sein Interesse wuchs und so wagte er sich weg von den simplen, dokumentationsartigen Bildern hin zu einer Vision, in der die Erde und der nächtliche Himmel ein verschlungenes Ganzes bildeten. 
„Für mich wurde dies zu einer Art universalen Botschaft“, berichtet er. „Der Nachthimmel in meinen Bildern vereint mehrere Landmarken, er fungiert als ein einziges Dach über Tempeln, Kirchen und Moscheen. Ein Volk unter einem Himmel. Als Astronom, Vermittler und Journalist wurde ich mir nach und nach bewusst, dass es noch andere Himmelsfotografen in der Welt geben muss, die dasselbe Ziel verfolgen. Also habe ich die Gründung der Organisation Astronomers without Borders unterstützt. Unter dieser Dachorganisation haben wir dann 2007 eine Initiative namens The World at Night (TWAN) gegründet, mit der wir die Kräfte der weltweit bekanntesten Nightscape-Fotografen bündeln wollen.“
2009 erlebte Babak seinen, wie er sagt, „krönenden Erfolg“, als er zusammen mit Carolyn Porco, Imaging Director für die NASA-Raumsonde Cassini, mit dem jährlichen Lennart Nilsson Award, einem der renommiertesten Preise der wissenschaftlichen Fotografie, ausgezeichnet wurde. „Das bedeutete mir besonders viel, denn Lennart Nilsson war ein Pionier der Mikrofotografie, der seine bekanntesten Bilder mit einer Hasselblad aufnahm“, erzählt Babak. „Daraufhin wollte ich auch bei meinen eigenen Arbeiten eine Hasselblad einsetzen.“

Shooting in Island

Es liegt in der Natur von Babaks Arbeit, dass er praktisch immer bei ungünstigen Lichtverhältnissen arbeitet und regelmäßig lange Belichtungszeiten einstellen muss, um winzige Details aus der Dunkelheit herauszufiltern. Bei Shootings in Deutschland und den US-Nationalparks erzielte er mit einer H4D einige exzellente Ergebnisse, doch er gibt zu, dass die Kamera mit den Bedingungen nach Einbruch der Dunkelheit zu kämpfen hatte.

Immer noch entschlossen, Hasselblad treu zu bleiben, vernahm Babak gespannt die Ankündigung der H5D-50c mit CMOS-Sensor – die versprochene höhere ISO-Empfindlichkeit war genau das, wonach er suchte. Er kaufte eine Kamera und ein 28 mm f 4-Objektiv auf Kredit und arrangierte eine Reise nach Island, um das Polarlicht zu fotografieren, ganz in der Hoffnung, dass er endlich die ideale Kamera gefunden habe.

„Die Reise erwies sich als äußerst produktiver Trip“, sagt er, „und ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn die Region erlebte Mitte März die aktivsten Polarlichter seit Jahren. Einen wolkenlosen Himmel trifft man in Island im Winter nicht sooft an, doch das Wetter meinte es sehr gut mit mir, als ich den berühmten Berg Kirkjufell an der Westküste besuchte. Die ganze Nacht wehten die Polarlichter in leuchtenden, farbenprächtigen Bändern und Kronen über den Himmel. Es war ein atemberaubendes Schauspiel.“

Und es war der perfekte Test für die H5D-50c – den sie mit Bravour bestanden hat. Babak arbeitet bei weit geöffneter Blende meist mit Belichtungszeiten von 10-30 Sekunden, während Langzeitbelichtungen für Strichspuraufnahmen durchaus eine Stunde in Anspruch nehmen können. Will er jedoch die Bewegung der Sterne „einfrieren“, so gelten Belichtungszeiten von weniger als 20 Sekunden. Die Hasselblad wurde mit ISO-Werten bis 6400 eingesetzt und der Fotograf war von der Qualität der Ergebnisse absolut begeistert.

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„Die H5D-50c ist eine deutliche Verbesserung für das Fotografieren bei ungünstigen Lichtverhältnissen“, bestätigt Babak.  „Das gute Rauschverhalten bei ISO 6400 hat mich sehr überrascht und man hat bei dieser Einstellung immer noch einen ziemlich großen Dynamikbereich. Das zeigt sich deutlich bei einigen meiner neuen Polarlichtaufnahmen, bei denen die Aktivität des Polarlichts so intensiv war, dass bei den meisten digitalen Spiegelreflexkameras die Farben gesättigt und gleichzeitig andere Bereiche völlig überbelichtet gewesen wären. Dies liegt an den Belichtungszeiten von mehreren Sekunden, die nötig sind, um Sterne vor dem dunklen Hintergrund zu erkennen. Aber mit der H5D war der extreme Dynamikbereich überhaupt kein Problem und ich konnte bei der Nachbearbeitung problemlos Details an den überbelichteten Stellen sichtbar machen.“

Weitere Informationen:

TWAN: www.twanight.org
Astronomers Without Borders: www.astrowb.org

Camera model
Exposure time
Aperture
ISO
Exposure mode
Auto exposure Manual exposure Auto bracket
Photographer