Our Story

Hasselblad im Weltraum

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Kleine Schritte. Riesige Sprünge.

Nur wenige Errungenschaften in der Geschichte der Menschheit sind so bedeutend wie unsere Erkundung des Weltraums. Und nur wenige Bilder sind so gemeinschaftsstiftend, bewegend und werden fast überall auf der Welt wiedererkannt wie diese in jenen Tagen aufgenommenen Fotos. Fotos, die unsere Sicht auf die Welt und uns selbst verändert haben. Fotos, die mit Kameras von Hasselblad aufgenommen wurden.

Nur wenige Menschen würden widersprechen, dass die mittlerweile über vier Jahrzehnte der Weltraumfotografie uns eine neue Sicht auf die Welt vermittelt haben. Nein, die Grundlagen der Wissenschaft haben sich durch diese Bilder nicht verändert; die Ideen von Kepler, Newton und Einstein sind durch Fotos von außerhalb unseres Planeten nicht widerlegt worden. Aber diese Bilder aus dem Weltraum haben unserem Verständnis unseres eigenen kleinen Abschnitts der Milchstraße neue Dimensionen hinzugefügt. Sie haben die Art und Weise unserer Sicht des Universums und unserer Rolle darin verändert.Sie haben uns gleichzeitig das Gefühl vermittelt, wie klein wir sind, und wie groß, und sie haben uns ein Gefühl der Verbundenheit als Menschheit gegeben.

Diese Fotografien haben dem Durchschnittsmenschen, in einem Augenblick, ein Verständnis von Beziehungen vermittelt, welches zuvor nur einer winzigen Mehrheit von Experten vorbehalten war. Diese Bilder erfordern kein Vorwissen, sie schließen nicht die Millionen Menschen auf der Welt aus, die nicht lesen können, sie sind jedem, der sehen kann, gleichermaßen zugänglich.

Die Schönheit dieser Fotos wirkt intuitiv und fast augenblicklich. Wir sehen zum Beispiel ein Bild der Erde, die wie ein blau-grünes Juwel vor der Schwärze des Weltraums schwebt, wir sehen die überraschend dünne Schicht der Atmosphäre, wir sehen unseren gesamten Planeten und sind beeindruckt, wie fragil und klein er erscheint.

Für dieses Bild braucht man keine besonderen Kenntnisse in Meteorologie oder Physik. Es erfordert kein tiefes Verständnis der Ökosysteme und und Entwicklungstendenzen. Wir verstehen intuitiv, dass unser Planet verletzlich und schutzbedürftig ist.

Es versteht sich von selbst, dass sich in den 50 Jahren Weltraum-Fotografie Wissenschaftlern und Fachleuten zahlreiche einzigartige Gelegenheiten geboten haben, ihr Wissen über unsere nächsten himmlichen Nachbarn zu vertiefen und zu erweitern. Aber unser Wissen über unseren eigenen Planeten hat sich noch mehr vergrößert. Beipielsweise gilt es heute fast als Gewissheit, dass die Ressourcen der Erde, die Umweltveränderungen und die Wettersysteme vollständig anders aufgezeichnet und kartografiert werden können, als dies vor Beginn von Satellitenaufnahmen möglich war.

Zurück auf der Erde, an der Westküste Schwedens, wo Victor Hasselblad seine berühmte Kamera entwickelt hat, lässt sich eine poetische Parallele finden; dort, am verwitterten Gestein des schwedischen Archipels können wir Bilder aus einem anderen Zeitalter der Entwicklung des Menschen finden. Diese in Stein eingeritzten Zeichnungen hatten – wie die Höhlenmalereien in Europa zuvor und wie die Bilder aus dem Weltraum unserer eigenen Zeit – ebenfalls eine Botschaft. Auch sie sollten Gedanken, Gefühle und Wissen übermitteln.

In dieser Hinsicht hat sich nicht viel verändert. Es ist unsere Aufgabe, die Bilder richtig zu interprtetieren, ihnen das zu entnehmen, was in ihnen enthalten ist.

Am Anfang

Vor über vierzig Jahren betrat ein noch unbekannter Walter Schirra einen Laden für Fotozubehör in Houston und kaufte eine Hasselblad 500c. Die Kamera war ein Standardapparat mit einem 80-mm-Objektiv der Bauart Planar f/2,8. Schirra war ein angehender NASA-Astronaut, einer der klügsten und besten Piloten seiner Zeit, ein Mann aus dem „Stoff, aus dem die Helden sind“. Da er plante, seine Neuerwerbung mit ins All zu nehmen, entfernte Schirra das Lederimitat von der Hasselblad und strich die Metalloberfläche schwarz an, um Reflexionen zu minimieren. Und als er im Oktober 1962 an Bord einer Mercury-Rakete ging, nahm er seine Hasselblad mit. Im Weltraum dokumentierte er die Wunder und erfurchtgebietende Schönheit, die er um sich herum erblickte. Mit seiner ganz normalen Hasselblad machte er die ersten Weltraumfotos. So begann die erste Seite eines neuen Kapitels in der Geschichte von Hasselblad und der Fotografie – und eine lange, enge und sich gegenseitig befruchtende Zusammenarbeit zwischen der riesigen amerikanischen Raumfahrtbehörde und dem kleinen schwedischen Kamerahersteller.

earthInteressanterweise war diese von Walter Schirra in den Weltraum mitgenommene Hasselblad-Kamera der einzige Gegenstand in der Raumkapsel, der nicht speziell für die Mission angefertigt worden war. Die einzige Änderung war die Entfernung der Kamerahülle. Diese Kamera, die ins All flog, in eine völlig fremdartige Umgebung, um Bilder von Motiven zu machen, die kein menschliches Auge je zuvor erblickt hatte, verfügte nur über das Standard-Objektiv und das Standard-Filmmagazin. Bei ihrer Rückkehr auf die Erde stellte sich heraus, dass die technische Leistung der Kamerausrüstung genau den Erwartungen von Victor Hasselblad entsprochen hatte – sie war fehlerfrei. Der NASA war die Bedeutung der fotografischen Dokumentation ihrer Weltraummissionen zuvor nicht bewusst gewesen. Angesichts der Qualität der Fotos, die Schirra zurück zur Erde brachte, wurde jedoch klar, wie wichtig solche Bilder für das Projekt als Ganzes waren.

Die Fotoabteilung der NASA wuchs schnell und wurde zu einem Brennpunkt für eine Reihe von Experten, darunter Fototechniker, Labortechniker und die führenden Fotoauswerter Amerikas. Es kam zur Zusammenarbeit mit zahlreichen verschiedenen Institutionen, die aus unterschiedlichen Gründen an Bildern aus dem Weltraum interessiert waren. Der Kontakt der NASA zu dem schwedischen Kamerahersteller intensivierte sich. Im Gegenzug veränderte und verbesserte Hasselblad seine Kameras, damit sie sich noch besser für den Einsatz im Weltraum eigneten, und experimentierte mit verschiedenen Konstruktionen und Objektiven. Viele Jahre lang bemühte sich die NASA beispielsweise, jedes überflüssige Gramm der Nutzlast zu vermeiden, weswegen die Hasselblad-Kameras an Bord so leicht und schlank wie nur irgend möglich sein mussten. Und zwar ohne Abstriche bei der berühmten Hasselblad-Qualität. Und das taten sie.

Eine Reihe verschiedener Kameramodelle wurde eingesetzt, alle geeignet für die strengen Anforderungen der Raumfahrt. Die Bilder, die die Astronauten mit den kastenförmigen, schwarzen Hasselblad-Kameras aufnahmen, sind wahre Klassiker geworden. Und die Momente, die sie festgehalten haben, waren nicht nur inspirierend, sie waren historisch. Bei der Mission Gemini IV im Jahr 1965 kam es beispielsweis zum ersten Spaziergang im Weltraum. Und mit einer Hasselblad in der Hand machte James A. McDivitt eine Reihe von Aufnahmen seines Kollegen im Weltraum, Edward. H. White. Diese Bilder wurden bald in führenden Zeitschriften überall auf der Welt veröffentlicht.

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Die Menschen waren überrascht von der erstaunlichen Schärfe der Aufnahmen der Hasselblad-Kameras. Und während der Laie vielleicht von der Qualität der endgültigen Bilder beeindruckt war – und zwar zu Recht – so verschwendete er möglicherweise nicht allzu viele Gedanken an die Anforderungen, die die Raumfahrt an die Kameras und ihre Zuverlässigkeit stellte. Die Kameras mussten unter den schwierigsten Bedingungen – über 120 °C in der Sonne und minus 65 °C im Schatten – perfekt funktionieren. Ganz zu schweigen von der Schwerelosigkeit und Myriaden unbekannter Risiken. Und die Kameras mussten mit absoluter Beständigkeit funktionieren. Jede einzelne Aufnahme war ein historischer Schatz, eine einzigartige Gelegenheit, die niemals wiederkehren würde. Und Hasselblad meisterte die Herausforderung ein um das andere Mal. Mit einer Reihe verschiedener Kameras.

1966 kam eine Hasselblad SWC mit einem Zeiss-Objektiv Biogon 38 mm ƒ/4.5 zum ersten Mal bei Gemini 9 zum Einsatz. Die Hasselblad 500EL hatte ihre Weltraum-Premiere an Bord der Apollo VIII, die den Mond am 1. Juni 1969 10 Mal umkreiste. Und als die Apollo XI schließlich auf dem Mond landete, was die ersten Schritte eines Menschen außerhalb unseres eigenen Planeten und die Verwirklichung eines Traums bedeutete, der fast so alt war wie die Menschheit selbst , war Hasselblad dabei. Für diese Aufgabe wurde eine Hasselblad 500EL Datenkamera mit Réseaugitter und einem Zeiss-Objektiv Biogon 60mm ƒ/5.6 ausgewählt. Die Rückreisen vom Mond stellten sehr spezielle Anforderungen daran, was – hinischtlich Gewicht usw. – wieder mit zurückgenommen werden konnte. So wurden, nachdem sie ihre Mission erfüllt hatten, insgesamt dreizehn Kameras als überflüssiger Ballast eingestuft und daher zurückgelassen. Nur die Filmmagazine mit den wertvollen, noch unentwickelten Bildern wurden mitgenommen. Die Standbilder von dieser Mission sind noch bekannter als die Filmsequenzen. Wahrlich, die Liste klassicher Bilder, die von diesen Missionen zurückkamen, ist nahezu endlos: ein einzelner Mensch, der in der Schwärze des Weltraums schwebt, der Erdaufgang vom Mond aus gesehen, die einsame, dramatische Silhouette der ersten Schritte eines Menschen auf der Mondoberfläche… Diese Bilder haben – vielleicht mehr als alle anderen unserer Zeit – festgehalten, wie Geschichte geschrieben wurde.

Sie sind ein Zeugnis der Macht des Bildes. Und der Fähigkeiten von Hasselblad.

Grenzerweiterungen

spacewalkSeit diesen ersten Weltraum-Missionen war Hasselblad bei jeder bemannten Raumfahrtmission der NASA dabei und hat viele Veränderungen erlebt – bei den Raumschiffen, den Raumfahrtprogrammen und der Besatzung. In den 1980er Jahren wurden durch das Spaceshuttle-Programm Reisen in den Weltraum fast zu einem mondänen Ereignis. Die weniger harten Bedingungen an Bord dieser Raumfähren verlangten der Besatzung weniger ab, so dass es möglich wurde, auch Laien mit in den Weltraum zu nehmen. Das Raumschiff und die Astronauten waren vielleicht neu, aber Hasselblad war immer noch da – und knipste, machte Bilder, als die Menschen Geschichte schrieben. Und während die Bedingungen in mancher Hinsicht gewissermaßen „nutzerfreundlicher“ geworden waren, wurden an Weltraumkameras, sofern möglich, sogar noch strengere Anforderungen gestellt.

Und immer und immer wieder erfüllten die Kameras von Hasselblad die Anforderungen und machten auf jeder Shuttle-Missionim Durchschnitt zwischen 1.500 und 2.000 Fotoaufnahmen. Und genauso wie die beachtlichen Bilder eines Mannes auf der Mondoberfläche während der Apollo-Missionen ihre Epoche geprägt hatten, so prägte eine Reihe hochwertiger Bilder von Astronauten bei der Arbeit im und um das wieder einsetzbare Raumschiff der achtziger Jahre die immer weiter voranschreitende Erforschung des uns umgebenden Universums. Und unsere Vorbereitung auf noch weiter gehende Reisen.

Und alle überschrittenen Grenzen waren keine physischen Grenzen. Als der Mensch sich in das Rennen um den Weltraum begab, waren die Anforderungen an Mensch und Material unübertroffen. Ein paar Auserwählte sollten den Unwägbarkeiten des Alls die Stirn bieten. Einer der brillanten jungen Männer, die ausgewählt wurden, der Besten der Besten, einer „aus dem Stoff, aus dem die Helden sind“, wie es der Autor Tom Wolfe ausdrückte, war Astronaut John Glenn. Glenn machte seinen ersten Flug ins All im Februar 1962, an Bord der Frienship 7, und ging später, nach seiner Karriere bei der NASA, in die Politik und wurde ein angesehener Senator der Vereinigten Staaten von Amerika.

start460Dann überschritt im Jahr 1998 der siebenundsiebzigjährige John Glenn erneut die letzte Grenze. Er und sechs weitere Astronauten flogen an Bord des Shuttles Discovery von cape Canaveral in Florida aus in den Weltraum. Die Rückkehr von Glenn in den Weltraum, 36 Jahre nach seiner ersten heroischen Mission, macht ihn nicht nur zu einem wirklichen amerikanischen Helden, sondern auch zum ältesten Menschen, der je ins Allgeflogen ist.

An Bord der Raumfähre Discovery, 345 Meilen über der Erde, wurden 83 Experimente durchgeführt und die Besatzung verwendete, wie auf allen bemannten amerikanischen Raumfahrtmissionen seit Oktober 1962, Kameraausrüstung von Hasselblad zur fotografischen Dokumentation. Alles in allemhatte das Shuttle fünf 553ELS-Kameras von Hasselblad an Bord, ca. fünfzig Hasselblad 70-mm-Magazine, verschiedene Carl-Zeiss-Objektive (50-250 mm), und eine Reihe von RM2-Reflexsuchern, die ursprünglich speziell für den Einsatz im Weltraum entwickelt worden waren. Natürlich gab es einige Unterschiede zwischen den Kameras, die in den Weltraum flogen, und denen, die für den Einsatz auf der Erde gedacht waren. Z. B. gibt es bei den Weltraum-Modellen keine TTL-Blitzfunktion, und herkömmliche Schmiermittel, die im Vakuum verdampfen würden, werden durch reibungsarme Materialien ersetzt. Die Lederimitathülle wurde ebenfalls entfernt und durch Metallplatten ersetzt.

Die Weiterentwicklung der Kameras funktioniert jedoch in beide Richtungen. Die 553ELS, beispielsweise, ist ein perfektes Beispiel dafür, wie die Zusammenarbeit zwischen Hasselblad und der NASA stetig zu Verbesserungen führte. Die 553ELS war die Weltraum-Version des Modells 553ELX, welches jahrelang ganz normal im Einzelhandel für Verbraucher erhältlich war. Diese Kamera übernahm einige wichtige Funktionen und Verbesserungen von der ELS-Weltraumkamera, wie z. B. den verbesserten Spiegelmechanismus, welcher die Beständigkeit und Zuverlässigkeit des Reflexvorgangs verbesserte.

Aufbruch ins Unbekannte

Seit über vier Jahrzehnten liefert Hasselblad Kameraausrüstung für das Weltraumprogramm der NASA. Das ist keine geringe Leistung für eine Kamera, die für Fotografen gebaut wurde, die mit beiden Füßen fest auf der Erde stehen.

Die Anforderungen, die die NASA ursprünglich an ihre Astronauten stellte, sind nun Teil der modernen Mythologie. Die Männer, die diese Herausforderungen meisterten, wurden ihrerzeit zu Legenden. Dasselbe kann man vielleicht über die Kameras sagen, die diese Männer bei sich hatten. Die NASA und ihre Astronauten wollten eine Kamera der absolut höchsten Qualität, eine Kamera, die unter den extremsten vorstellbaren Bedingungen ihre Funktion erfüllen konnte, eine Kamera, die in der Lage sein würde, der Erhabenheit und Bedeutung der Bilder, die aufgenommen werden sollten, gerecht zu werden. Sie haben eindeutig das bekommen, wonach sie suchten.

Die lange Zusammenarbeit zwischen der NASA und Hasselblad legt davon Zeugnis ab. Wenn die Kameras von Hasselblad nicht „aus dem Stoff, aus dem die Helden sind“ wären, hätten sie sich nicht so lange im Weltraum behaupten können.  Und nun, da das vergangene Jahrhundert mit seinen Errungenschaften hinter uns liegt, sehen wir, dass einige der am meisten verbreiteten Bilder unserer Zeit nicht auf der Erde aufgenommen wurden, sondern irgendwo im Weltraum. Aufgenommen mit einer Hasselblad-Kamera. Es lässt sich unmöglich zählen, wie oft aus dem Weltraum aufgenommene Bilder unseres Planeten verwendet worden sind, um Artikel über die Zustände auf Mutter Erde zu illustrieren, um die internationalen Geschäfte eines Unternehmens zu bewerben oder eine globale Perspektive anzuregen. Diese Bilder sind Teil unseres gemeinsamen Vokabulars geworden. Sie haben uns in die Lage versetzt, Dinge leicht zu begreifen, von welchen frühere Generationen fast noch nicht einmal träumen konnten.

shuttleUnd die Reise geht weiter. Am 11. Oktober 2001 schickte die NASA das Spaceshuttle Discovery ins All. Hauptziel der Weltraum-Mission war der Transport von Modulen zur ständigen Raumstation, welche die Basis für andere Reisen zu entfernteren Teilen des Sonnensystems sein wird. Wie gewöhnlich verwendeten die Astronatuen zur fotografischen Dokumentation Hasselblad-Kameras.

Bei dieser Mission wurde auch eine neue Weltraum-Kamera von Hasselblad eingeführt. Diese neue Kamera war eine Kamera mit Schlitzverschluss, basierend auf der Standardversion 203FE. Sie war mit einer Spezialversion des Winders CW ausgestattet. Die Filmmagazine verwendeten perforierten 70-mm-Film und waren mit Datendruck entlang der Kante des Filmrahmens ausgestattet, womit sich Zeit und Bildnummer jeder Aufnahme protokollieren ließen. Da die Computer an Bord volständige Kontrolle über die Position des Shuttles hatten, war es ziemlich einfach, exakt zu bestimmen, über welchem Punkt auf der Erde die Aufnahme gemacht wurde.

Natürlich waren einige der Kameras verändert worden, um mit dem Vakuum außerhalb des Raumschiffs zurechtzukommen, und es gab besondere Anforderungen hinsichtlich Material, Schmiermittel und Zuverlässigkeit. Außerdem war die Elektronik der Kamera verändert worden, um die besonderen Anforderungen der NASA an Bedienung und Funktion zu erfüllen. Auch die Objektive waren für den Weltraum neu gebaut worden, und die Fokussier- und Blendenringe waren mit großen Klappen ausgestattet, um die Bedienung in Schwerelosigkeit, mit großen Handschuhen zu erleichtern.

Und, wenn wir die Erfahrungen der Vergangenheit nehmen, wird es nicht lang dauern, bis wir auch auf der Erde von diesen „Weltraumveränderungen“ profitieren.

Und nun, da der Mensch wieder seinen Blick in die entlegenen Regionen des Universums richtet, wo immer mehr von bemannten Missionen zum Mars die Rede ist, betrachten wir es fast als Selbstverständlichkeit, dass Haselblad dabei sein und einen weiteren gewaltigen Schritt für die Menschheit  einfangen und für uns alle unten auf der Erde sichtbar machen wird. Geschichte bewahren und die Zukunft erkunden.

Und wenn die Zeit gekommen ist, wenn Reisen in den Weltraum wirklich etwas Alltägliches werden, dann werden die ersten Touristen auf dem Mond vielleicht eine merkwürdige Entdeckung machen. Vielleicht werden sie eine der ungefähr ein Dutzend Kameras finden, die dort zurückgelassen wurden. Die Astronauten, die nur mit den wertvollen Filmmagazinenzurückkehrten, und das Gewicht der Kameras im Mondstaub. Und vielleicht werden diese galaktischen Touristen dann mit ihren eigenen Augen auf den smaragdfarbenen Planeten hinabblicken und ein weiteres Bild unseres vertrauten Zuhauses mit einer der Kameras schießen, welche uns zuerst die Vision des Anfangs brachte. Wer weiß? Die Zukunft kann, wie man sagt, alles bringen.

Stay tuned.

Weltraum-Kameras

Von unserer ersten Reise in den Weltraum an, am 3. Okt. 1962, haben Kameras von Hasselblad eine entscheidende Rolle im Weltraumprogramm gespielt, indem sie die Bilder festhielten, die unser Verständnis unserer Welt und des Drumherums geprägt haben. Um den strengen Anforderungen der Raumfahrt gewachsen zu sein, sind zahlreiche spezielle Veränderungen und Verbesserungen erforderlich. Dann wenden wir das im Weltraum erworbene Wissen an, bringen es auf die Erde zurück und verbessern die Hasselblad-Produkte weiter. All dies, um weiterhin die beste Fotoausrüstung des Planeten – und darüber hinaus – zu bieten.


 

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Hasselblad 500c

Die Hasselblad 500C, mit einem (veränderten) 80-mm-Planar-Objektiv, war die erste Kamera von Hasselblad, welche die NASA im Weltraum einsetzte. Sie wurde von dem Astronauten Walter M. Schirra in einem Kamerageschäft in Houston (Texas, USA) gekauft. Zu den von der NASA durchgeführten Veränderungen gehörte die Entfernung der Hülle, des Spiegels, der Einstellscheibe und der Streulichtblende, um die Kamera leichter zu machen.


Hasselblad SWC

Hasselblad SWC

Mit einem 38-mm-Biogon-Objektiv machte diese Kamera ihren Jungfernflug in den Weltraum am 3. Juni 1966, bei Gemini 9. Die Kamera entsprach im Wesentlichen dem Standard: Nur die Hülle war entfernt worden, und der Sucher war eine Spezialkonstruktion. Die Kamera kam 1966 auf vier Flügen zum Einsatz.


ec500el-1 Hasselblad EC (Electric Camera) 500 EL

Diese Kmaera wurde auf den bemannten Flug vom 21.-27. Dezembr 1968 mitgenommen, welcher nah am Mond vorbeiführte. Während dieses Flugs wurde der Mond 10 Mal umrundet, um mögliche künftige Landplätze zu erkunden. Die HEC war mit einen Magazin für 70-mm-Film ausgerüstet.


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Hasselblad EDC (Electric Data Camera)

Dies ist eine speziell konstruierte Version der motorbetriebenen 500EL, welche für den Einsatz auf der Mondoberfläche vorgesehen war, wo am 20. Juli 1969 Neil Armstrong die ersten Mondbilder aufnahm. Die Kamera ist mit einem speziell konstruierten Biogon-Objektiv mit einer Brennweite von 60 mm und einem auf dem Objektiv montierten Polfilter ausgestattet. Eine Glasplatte (Réseaugitter) mit den Bezugskreuzen, die während der Belichtung auf dem Film aufgenommen werden, ist in Kontakt mit dem Film, und diese Kreuze sind auf allen Bildern zu sehen, die von 1969 bis 1972 auf dem Mond aufgenommen wurden. Die auf dem Mond verwendeten 13 HEDC-Kameras wurden dort zurückgelassen. Nur die Filmmagazine wurden mit zurückgenommen.


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Hasselblad 500EL/M

Das ist die erste Weltraum-Spiegelreflexkamera von Hasselblad, sie verfügte über einen HC3-70-Prisma-Sucher. Sie kam zum ersten Mal auf dem Flug der Apollo-Soyuz im Juli 1975 zum Einsatz.


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Hasselblad ELS (Space)

Die ELS ist eine modifizierte 553 ELX, bei der die Blitzmessung ausgebaut und das Lederimitat durch dünne Metalbleche ersetzt wurde. Diese Kamera kam in den frühen 1990er Jahren bei den Spaceshuttle-Missionen zum Einsatz. Die Filmmagazine verwenden perforierten 70-mm-Film und sind mit elektronischem Datendruck ausgestattet, womit sich Zeit und Bildnummer jeder Aufnahme protokollieren lassen.


203s-2Hasselblad 203S

Diese Weltraum-Kamera ist eine Kamera mit Schlitzverschluss, basierend auf der Standardversion 203 FE. Sie ist mit einer Spezialversion des Winders CW ausgestattet. Die Filmmagazine verwenden perforierten 70-mm-Film und sind mit elektronischem Datendruck ausgestattet, womit sich Zeit und Bildnummer jeder Aufnahme protokollieren lassen. Da die Computer an Bord vollständige Kontrolle über die Position des Shuttles haben, ist es ziemlich einfach zu bestimmen, über welchem Punkt der Erde die Aufnahme gemacht wurde.

Kameramodell
Belichtungszeit
Blende
ISO
Belichtungsmodus
Automatische Belichtung Manuelle Belichtung Automatische Belichtungsreihe
Fotograf