Our Story

Geschichte

Der Name Hasselblad ist fast seit den frühen Tagen der Fotografie selbst mit Kameras verbunden. Zunächst verkauften wir Geräte zum Aufnehmen von Bildern nur, später stellten wir sie selbst her. Und unsere Tradition der Entwicklung von Kameras, die stets den Fotografen im Blick haben, und so eine überragende Bildqualität, Zuverlässigkeit und Vielseitigkeit gewährleisten, geht mehr als ein halbes Jahrhundert zurück. Und die Geschichte hinter unseren Kameras ist fast genauso faszinierend wie die Kameras selbst.

Vor über anderthalb Jahrhunderten, im Jahr 1841, in der Hafenstadt Göteborg in Westschweden, gründete die Familie Hasselblad ihr erstes Handelsunternehmen namens F. W. Hasselblad & Co. Der Ort Göteborg, mit seiner Nähe zum europäischen Kontinent und seinen historischen Handelsbeziehungen zu Großbritannien, Dänemark, Deutschland und zahlreichen anderen Ländern, war ideal für eine internationale Import-Export-Firma. F.W. Hasselblad & Co wurde bald zu einem der wohlhabendsten Handelshäuser Schwedens. Sie begann auch mit dem Import von Zubehör und Produkten für den neuen aufblühenden Bereich der Fotografie.

Als Arvid Viktor Hasselblad, der Sohn des Untenehmensgründers und ein begeisterter Amateurfotograf, innerhalb des Unternehmens eine fotografische Abteilung gründete, wird von ihm folgender Kommentar überliefert: „Ich denke nicht, dass wir hiermit viel Geld verdienen werden, aber wenigstens können wir so kostenlos Bilder aufnehmen.“

Schon bald wurde Arvid Viktor hinsichtlich des Gewinnpotentials der Fotografie eines Besseren belehrt, und diese Abteilung wurde zu einem wesentlichen Teil von F.W. Hasselblad & Co. Er konnte kaum wissen, wohin seine ersten Schritte im Bereich Import von Kameras und Filmen schlussendlich einmal führen würden.

lunar-oldskool3_FlatHabe Kamera, will reisen

Auf seiner Hochzeitsreise in England traf Arvid Viktor George Eastman, den Mann, der bald sein Unternehmen Kodak gründen und die Fotografie für den normalen Verbraucher zugänglich machen würde. Die beiden Männer gingen eine Geschäftspartnerschaft ein, die mit einem einfachen Handschlag besiegelt wurde und fast 80 Jahre andauern sollte. 1888 begann Hasselblad, als einziger schwedischer Vertriebshändler die Produkte von Eastman zu importieren. Die wachsende Beliebtheit der Fotografie und die damit einhergehenden technischen Fortschritte in diesem Bereich führten zu einer erhöhten Nachfrage für fotografische Produkte, welche das Unternehmen Hasselblad nur allzu gerne bediente. Die fotografische Abteilung des Unternehmens wuchs so schnell, dass die Familie im Jahr 1908 eine eigenständige Firma gründete, die  sich um dieses Geschäft kümmern sollte. Diese Firma, die Fotografiska AB von Hasselblad, war der exklusive schwedische Vertriebshändler für die Produkte, die nunmehr Eastman Kodak hießen.

Entwicklungslabors und ein landesweites Netzwerk von Einzelhandelsgeschäften wurden eingerichtet. Die Zusammenarbeit, gegründet auf Vertrauen und Ehre zwischen zwei Männern, erwies sich als äußerst erfolgreich.

Karl Erik Hasselblad, der Enkel des Unternehmensgründers, erkannte, wie sehr die Familie von der Fotografie profitiert hatte – und handelte entsprechend. Karl Eriks Sohn Victor, gebohren 1906, wurde als natürlicher Erbe des Familienunternehmens erzogen. Victor, ein schüchternes und sensibles Kind, hatte zwei Schwestern und einen jüngeren Bruder. Er liebte Spaziergänge in der Natur und entwickelte ein Interesse an Vogelbeobachtung, welches er sein ganzes Leben lang beibehalten sollte. Victor wuchs zu einem frühreifen Teenager mit einer Begeisterung für die Fotografie heran, ein Interesse, das er von seinem Großvater geerbt hatte, und einer Entschlossenheit, die Ausrüstung, die es gab, zu verbessern.

In dieser Zeit führte er genauestens Buch über seine Erkenntnisse, und seine Notizbücher aus der Zeit enthielten bereits Vorschläge zur Verbesserung von Kameras. In einer Entscheidung, die uns heute vielleicht seltsam erscheinen mag, nahm Karl Erik seinen Sohn im Alter von 18 Jahren aus der Schule und brach die akademische Ausbildung des Jungen ab. Er schickte ihn nach Dresden in Deutschland, um die Kameraindustrie und die Optik von Grund auf zu lernen.

young-victor-in-hollandDies war wahrscheinlich ein Glücksfall für den jungen Victor. Der junge Mann war oft frühmorgens auf und unternahm Spaziergänge in die Natur, um vor der Schule Vögel zu beobachten. Oft wurde er im Unterricht beim Dösen erwischt, ermüdet von seinen frühmorgendlichen Ausflügen. Eine alternative Ausbildung war vielleicht einfach das Richtige.

Victor verbrachte die nächsten Jahre mit der Ausbildung, die sein Vater als geeignet für ihn erachtete, und lernte seine Lektionen in der realen Welt, nicht im Klassenzimmer. Der junge Victor durchstreifte die Welt und verbrachte diesen Abschnitt seines Lebens als Lehrling in der Kameraindustrie. Zunächst in Deutschland und Frankreich, dann in den USA, in Kamera-und Filmfabriken, Entwicklungslabors, Kamerageschäften – überall da, wo er Einblick in die Welt der Fotografie erhalten oder Wissen über die Herstellung von Kameras und Objektiven erwerben konnte. Victors Vater wollte, dass er eine umfassende Ausbildung erhielt, eine Ausbildung, die ihm bei der Führung des Familienunternehmens von Nutzen sein würde. Die Welt sollte als Victors persönliches Forschungs- und Entwicklungslabor dienen.

Und auf eine gewisse Art und Weise tat sie genau das. Wenn er nicht in der Fabrik oder im Laden war, um die geschäftlichen und produktionstechnischen Seiten der Kamerabranche kennenzulernen, war Victor im Freien, in der Natur und wartete geduldig auf Vögel und andere wilde Tiere, um sie mit seiner Kamera aufzunehmen. Die fotografische Erfahrung – und die Geduld – die er in diesen Stunden draußen in den Wäldern erwarb, sollte sich als unschätzbar erweisen.

Genauso unschätzbar war seine Erfahrung mit der geschäftlichen Seite der Kameraindustrie. Durch die Position und die Kontakte der Familie Hasselblad erhielt der junge Victor einen einzigartigen Zugang zur internationalen Gemeinschaft und zu einem der weltweit führenden Geschäftsmänner. Victor freundete sich mit dem Geschäftspartner seiner Familie an, George Eastman. Eastman, einer der visionärsten und erfolgreichsten Unternehmer der Welt und Gründer des Unernehmens Kodak, perfektionierte den Rollfilm und war einer der wichtigsten Protagonisten in der Welt der Fotografie.

Der ältere Geschäftsmann nahm den Schützling am Hauptsitz des Unternehmens und in seinem Haus in Rocherster, New York, unter seine Fittiche. Diese Freundschaft sollte sich in den kommenden Jahren als äußerst hilfreich erweisen. Durch Eastman kam Victor in Kontakt mit brillanten Fotografen und Technikern gleichermaßen. Victor kehrte schließlich nach Schweden und in das Familienunternehmen zurück, aber eine lebenslange Affäre mit dem jungen Land quer über den Atlantik hatte ihren Anfang genommen.

 

Es gibt nicht nur Vögel am Himmel

Zurück in Europa setzte Victor seine Reisen fort; zunächst in Holland, dann in Frankreich und Marokko, auf der Spur seltener Vögel, die er fotografierte. Er nahm 1928 an einer wichtigen Fotoausstellung in Göteborg teil, und 1934 traf er die damals 19 Jahre alte Erna Nathorst und heiratete sie. 1935 veröffentlichte Victor ein Buch mit dem Titel „Zugvögel“, welches eine große Anzahl von Vögeln im Flug zeigt, eine Rarität zu der Zeit.

VH bird bookVictors Rückkehr zur Arbeit in das Familienunternehmen war kein großer Erfolg und von Familienkonflikten und Auseinandersetzungen mit seinem Vater überschattet. So war es nur eine Frage der Zeit, bis Victor das Unternehmen verließ und sein eigenes gründete. 1937 eröffnete Victor Hasselblad sein eigenes Fotogeschäft, passenderweise mit dem Namen ‚Victor Foto‘, im Zentrum von Göteborg. Das Geschäft war komplett mit einem Fotolabor ausgestattet und stellte seinen ersten von der Familie unabhängigen Schritt in der Geschäftswelt dar. Victor hatte ein Talent für Geschäfte und Marketing, und sowohl der Laden als auch sein frisch vermählter Besitzer, waren ein Erfolg.

1939 brach der Krieg aus, und es folgte die deutsche Besetzung von Dänemark und Norwegen. Anfang der 1940er Jahre war Europa vollkommen im Zweiten Weltkrieg verstrickt. Der Einmarsch Deutschlands in die umgebenden skandinavischen Länder hatte die totale Mobilmachung des unvorbereiteten schwedischen Militärs zur Folge. Die trotzende neutrale Nation machte sich selbst bereit.

In der Zwischenzeit standen gleich hinter der norwegischen Grenze deutsche Truppen bereit. Deutsche Erkundungsflieger verletzten den schwedischen Luftraum, und einige stürzten auf schwedischen Boden. Die meisten dieser Flugzeuge – und deren Ausrüstung – wurden zerstört. Eines jedoch gab seine Ladung intakt her: eine voll funktionsfähige deutsche Luftüberwachungskamera. Wo und wie genau das schwedische Militär in den Besitz der Kamera kam, ist vielleicht ungewiss, aber eins ist klar: dies war ein Ausrüstungsteil, welches das schwedische Militär bitter nötig hatte. Eine deutsche Kamera zu erbeuten und zu wissen, wie man ähnliche Kameras herstellt, waren allerdings zwei verschiedene Dinge. Darüber war sich die schwedische Regierung schnell im Klaren.

Zu der Zeit war Victor Hasselblad in den Dreißigern und hatte sich einen guten Ruf als Kameraexperte erworben. Er hatte verschiedene Artikel über Fotografie und technische Fragen veröffentlicht und, natürlich, stand sein Familienname für die erfolgreichste Foto-Vertriebskette des Landes. So war es fast unvermeidlich, dass sich das schwedische Militär an Victor wandte und ihn um Hilfe bat.

Ein Mann mit kleinen Händen

Im Frühjar 1940 trat die schwedische Regierung an den vierunddreißigjährigen Victor Hasselblad heran und fragte ihn, ob er eine Kamera herstellen könnte, die mit der geborgenen deutschen Kamera identisch wäre. Der Legende zufolge antwortete Victor: „Nein, aber ich kann eine bessere herstellen.“ In diesem April richtete Victor eine Kamerawerkstat in einem einfachen Schuppen in einer Autowerkstatt im Zentrum von Göteborg ein.

In der Nähe befand sich eine Mülldeponie, die sehr gelegen kam und viele dringend benötigte Rohstoffe lieferte. An den Abenden begann Hasselblad, mit der Unterstützung eines äußerst talentierten Mechanikers aus der Autowerkstatt und dessen Bruder, mit dem Reverse Ingeneering der deutschen Kamera und der Entwicklung dessen, was die erste Hasselblad-Kamera werden sollte, der HK 7.

HK-7-bw

Innerhalb weniger Monate hatte das Unternehmen eine eigene Fabrik mit 20 Arbeitern, und Ende 1941 bezog die kleine Firma, welche ursprünglich den Namen Ross Incorporated trug, richtige Geschäftsräume und begann mit der Serienproduktion der Handkamera HK 7. Das Kameraformat betrug 7×9 cm, mit einem 80-mm-Film und zwei Wechselobjektiven, einem Zeiss Biotessar und entweder einem Meyer Tele-Megor oder einem Schneider Tele-Xenar.

Ende des Jahres 1941 erhielt Victor einen neuen Auftrag der Luftwaffe für eine neue Kamera, welche diesmal ein größeres Negativformat haben und fest im Flugzeug montiert werden sollte. Das Militär war äußerst zufrieden, sowohl mit der HK 7 als auch mit deren Nachfolger, der SKa4, welche über einige einzigartige Funktionen verfügte, die sich für die Nachkriegsproduktion von Hasselblad als bedeutend herausstellen sollten, unter anderem austauschbare Filmmagazine. Mehrere Kameras sollten folgen.

1942 starb Karl Erik Hasselblad, und Victor erwarb die Mehrheit der Anteile an dem Familienunternehmen, F. W. Hasselblad. Die Kameraproduktion für das schwedische Militär wurde fortgesetzt; Hasselblad lieferte in den Jahren 1941-45 insgesamt 342 Kameras. Gleichzeitig sah Hasselblad die Produktion von Militärkameras jedoch nur als ersten Schritt auf dem Weg zu Entwicklung einer „zivilen“ Kamera. Bald teilte er seinen Mitarbeitern seine Pläne mit, nicht nur Kameras für das Militär herzustellen. Victor erläuterte, dass er seine Ansichten über den Verbrauchermarkt hätte, und dass ihm ein neuer Kameratyp vorschwebte. Eine hochwertige, tragbare Kamera. Eine Kamera, die in seine Hände passen sollte, sagte er. Und Victor Hasselblad hatte sehr kleine Hände.

Das junge Kameraunternehmen machte sich auf, diesen Traum Wirklichkeit werden zu lassen und entwickelte und überarbeitete Kameraprototypen, während es die anderen Kameras für das Militär produzierte. Der Krieg sollte jedoch zu Ende gehen, bevor Victor seine Forschungs- und Entwicklungsarbeiten vollständig in seiner neuen Kamera umsetzen konnte. In der Zwischenzeit beschäftigte Victor die Arbeiter in seiner Fabrik mit der Produktion von empfindlichen Uhrwerken. Insgesamt wurden über 95.000 Uhrwerke hergestellt. Das war eine gute Übung für die genaue mechanische Arbeit, die für die künftigen Kameras erforderlich sein würde.

 

Eine Kamera für eine neue Zeit

Sobald der Krieg vorbei war, konzentrierte Victor die gesamte Aufmerksamkeit seines Teams auf die Herstellung dieser neuen Art Verbraucherkamera. Und am 6. Oktober 1948 präsentierte Victor der Welt die erste von Hasselblad hergestellte Kamera für Konsumenten, die Hasselblad 1600F.

USA advertDieses Modell, eine 6×6-Spiegelreflexkamera mit Kodak-Wechselobjektiven, Filmmagazinen und Suchern, wurde bei einer Pressekonferenz in New York City mit viel Beifall vorgestellt. Die Kamera 1600F stieß auf große Begeisterung und war ein wirklich bahnbrechendes ingenieurtechnisches Meisterstück.

Dennoch hatte sie ihre Fehler. Die ersten Hasselblad-Kameras waren in vieler Hinsicht technologische Wunderwerke und in der Tat wahre Schönheiten, aber ihr technologisch fortschrittliches Innenleben war sehr empfindlich. Die Produktion eines vollkommen neuartigen Produktes geht nie ohne Fallstricke vonstatten, und die Kamera von Victor war hier keine Ausnahme. Die Uhrmacher in Victors Fabrik waren Meister in der Herstellung von Präzisionsteilen, aber nicht gewohnt, Mechanismen herzustellen, die der mechanischen Beanspruchung standhalten konnten, der eine Handkamera ausgesetzt ist. Verbesserung folgte auf Verbesserung, und die Einzelteile der 1600 wurden immer weiter verfeinert.

Einige der „fehlerhaften“ Kameras überlebten trotz Victors Bemühungen, sehr zur Freude von Sammlern und Historikern gleichermaßen. Diese frühen 1600Fs überlebten, obwohl sie nicht den kompromisslosen Standards von Victor entsprachen, dennoch über ein halbes Jahrhundert. Tatsächlich führten die konstruktiven Verbesserungen zu einer neuen Kamera, auf die Victor selbst stolz war, der neuen 1000F.

Die neue 1000F verfügte über viele verbesserte Funktionen sowie eine neue Objektivserie, die nunmehr sechs Objektive umfasste. Und 1952 ging der Stern der Kamera richtig auf. Die amerikanische Zeitschrift Modern Photography erprobte die neue Hasselblad 1000F in der Praxis und berichtete spektakuläre Ergebnisse. Die Tester des Magazins belichteten 500 Filmrollen mit der Kamera – und ließen sie sogar absichtlich fallen. Zwei Mal.

Die Hasselblad ging nicht kaputt, und auch ihre Einstellungen blieben intakt. Es wäre eine Untertreibung zu sagen, dass das Problem der Robustheit nun gelöst war. Eine Legende war geboren.

Ein kleiner Schritt

Dank des Erfolgs der Konstruktionen und Kameras, und natürlich des Geldes, was damit hereinkam, konnte Victors Unternehmen expandieren. Die Entwicklung ging weiter, neue Konstruktionen wurden erfunden. Bei jedemseiner Schritte profitierte Victor von seinem großen Netzwerk an Kontakten und seiner eigenen Erfahrung als Fotograf und setzte Erkenntnisse und Ratschläge um.

1957 wiederholte Hasselblad den Erfolg seiner ersten Kameras mit einem neuen revolutionären Produkt, der Hasselblad 500C. Diese sensationelle Kamera hatte Objektive mit einer Verschluss- und Blitzsynchronisation mit zentralem Federblatt bei allen Verschlusszeiten. Dann kam 1954 die Hasselblad SWA, gefolgt von der weitwinkligen Hasselblad SWC (1957) und der motorbetrieben Hasselblad 500 EL (1965). Diese Kameras bildeten viele Jahre lang die Basis des Hasselblad-Systems. Die grundlegende Philosophie hinter dem System – seine Modularität, Vielseitigkeit und Zuverlässigkeit –ist seit über fünfzig Jahren die Leitidee der Produkte von Hasselblad. Der Ansatz von Hasselblad wurde vielfach kopiert und nachgeahmt, aber nie erreicht. Der Name Hasselblad wurde synonym mit höchster Zuverlässigkeit und Bildqualität einer Kamera.

Dieser Ruf beeinflusste zweifellos auch einen jungen Astronauten der NASA, als er 1962 die erste Hasselblad in den Weltraum mitnahm. Diese Reise war der Beginn einer langen und gegenseitig befruchtenden Zusammenarbeit mit der größten Raumfahrtbehörde der Welt.

earthHasselblad im Weltraum

1969 ging die Weltraum-Saga von Hasselblad weiter mit Apollo 11, und den ersten Bildern eines Menschen auf dem Mond und der Erde vom Mond aus gesehen, aufgenommen von Neil Armstrong und Edwin „Buzz“ Aldrin Jr., mit einer Hasselblad 500EL/70. Es gibt vielleicht keine berühmteren und einflussreicheren Bilder in der Geschichte der Fotografie als die, die mit Hasselblad-Kamras im All aufgenommen wurden. Und , wie könnte es anders sein, Victor und seine Ingenieure machten sich die Fortschritte und Produktentwicklungen der Weltraumkameras zunutze, um die hier auf der Erde verkauften Kameras mit bahnbrechenden Funktionen zu erweitern. Bisher war die Welt sein Entwicklungslabor gewesen – nun wurde das Labor noch größer.

Der Traum lebt weiter

1966 verkaufte Victor Hasselblad das Vertriebsunternehmen und Einzelhandelsnetzwerk „Hasselblad Fotografiska AB“ an Kodak und beendet so ihre langanhaltende Partnerschaft, nicht jedoch ihre zugrundeliegende Freundschaft. 1976 übergab Victor die Zügel seines Unternehmens an das Schwedische Investmentunternehmen Säfveån AB, welches die Victor Hasselblad AB kaufte.

1978, im Alter von 72 Jahren, verstarb Victor Hasselblad. In seinem Testament vermachte er den Großteil seines beträchtlichen Vermögens der Erna-und-Victor-Hasselblad-Stiftung. Zweck dieser Stiftung ist die Förderung der Forschung und akademischen Lehre in den Naturwissenschaften und der Fotografie. Der jährliche Fotografiepreis der Stiftung, der Hasselblad Foundation International Award in Photography, ist die weltweit angesehendste Auszeichnung in der Fotografie und eine würdige Erinnerung an Victor und die Welt der Fotografie, die er so sehr liebte. Weitere Informationen über die Hasselblad Foundation und ihre Aktivitäten und Auszeichnungen finden Sie auf der zugehörigen Website.

1984 wurde VHAB (Victor Hasselblad AB) an der Stockolmer Börde gelistet; Säfveån behielt 57,5 % der Anteile. 1985 gründete VHAB, immer noch die Speerspitze der Kameraentwicklung, eine Tochtergesellschaft, die Hasselblad Electronic Imaging AB, zur Entwicklung, Produktion und Vermarktung von digitalen bildgebenden Systemen und Systemen zur digitalen Bildübertragung.

Diese Gründung war einer der ersten Annäherungsversuche an den neuen Markt der digitalen Fotografie. Im gleichen Jahr erwarb das schwedische Unternehmen Incentive AB 58,1 % der Anteile an VHAB und wurde so zum Hauptaktionär. 1991 erwarb Incentive die restlichen Anteile, und die VHAB wurde wieder ein Unternehmen in Privatbesitz. 1996 verkaufte Incentive das Unternehmen an UBS, CINVen und das Hasselblad Management.

In der gesamten Geschichte des Unternehmens hat Hasselblad seine  Zulieferer und Partner sorgfältig ausgewählt und langfristige Beziehungen mit so renommierten Unternehmen wie Kodak und Zeiss, um nur einige zu nennen, unterhalten. 1998 konnte Hasselblad, zusammen mit Fuji Photo Film, infolge einer solchen Partnerschaft, erneut die Kameraindustrie revolutionieren, mit der Einführung der neuen Hasselblad-Kamera XPan. Dieses einzigartige System wurde von Hasselblad in enger Zusammenarbeit mit Fuji entwickelt und hergestellt. Die XPan verwendet Standard-35-mm-Film zur Erzeugung von Mittelformat-Panoramabildern oder Standard-35-mm-Aufnahmen auf derselben Filmrolle. Die Kamera stellt das Ergebnis einer langen Zusammenarbeit bei einem Forschungs- und Entwicklungsprojekt über 35-mm-, filmbasierte, Doppelformat-Kameras für professionelle und anspruchsvolle Amateurfotografen dar. Mit diesem Kamerakonzept fügt Hasselblad der Welt des 35-mm-Films eine neue Dimension hinzu und bereichert das bereits umfangreiche Hasselblad-Kamerasystem um eine perfekte Ergänzung.

old victor2002 wurde ein weiteres revolutionäres Kamerasystem auf den Markt gebracht. Dieses Mal war es eine 6×4,5-Mittelformatkamera, welche die neuesten technologischen Entwicklungen integrierte, unter anderem Autofokus und eine sehr fortschrittliche elektronische Chipsteuerung. Sie wurde im Hinblick auf die Digitaltechnologie entwickelt und sofort zu einem Erfolg. Ein paar Monate später erwarb die Shriro Group – ein langjähriger Vertriebshändler von Hasselblad für den asiatischen und pazifischen Raum – die Mehrheit der Anteile an der Victor Hasselblad AB. Es kam außerdem zu Änderungen in der Produktion, mit einem Neubau in Göteborg, um das zu klein gewordene Hasselblad-Gebäude zu entlasten, welches fast von Beginn an Heimat der Kameras gewesen war. Im Einklang mit dem neuen Gebäude und dem neuen technologisch fortschrittlichen Kamerasystem unternahm Hasselblad einen weiteren großen Schritt nach vorn, mit dem Erwerb des dänischen Herstellers von digitalen Rückteilen und Scannern Imacon durch Shriro. Die beiden Unternehmen fusionierten anschließend, mit einem Fokus auf digitale Entwicklungen, um die wachsende Nachfrage von professionellen Fotografen zu befriedigen.

Dieser Schachzug war ein entscheidender Schritt bei der Entwicklung des Mittelformatkameramarktes. Bis dahin produzierten Mittelformatkamerahersteller Kameras und Objektive, und andere Unternehmen stellten digitale Kamerarückteile her, damit diese analogen Kameras digitale Bilder aufnehmen konnten. Die meisten Hersteller von Rückteilen verkauften Produkte, die mit mehreren verschiedenen Kameramarken verwendet werden konnten. Ein solcher Hersteller von Rückteilen war Imacon; durch die Fusion mit Hasselblad wurde offensichtlich, das Hasselblad andere Hersteller von ihrer neuen Produktlinie ausschließen wollte, durch die Ermöglichung des nahtlosen Übergangs zu voll integrierten rein digitalen Kameras, während die Konkurrenz immer noch Kameras produzierte, bei denen die filmbasierten Bedienelemente und die digitale Aufnahme nicht vollkommen aufeinander abgestimmt waren. Das sicherte unsere Markposition, und am 30. Juni 2011 gab das Privatunternehmen Ventizz bekannt, dass es 100 % der Anteile an Hasselblad erworben hatte.

Und die Geschichte geht weiter, sowohl im Weltraum als auch hier auf Erden. Unsere Entwicklung hört nicht auf. Wir machen beständige Fortschritte und perfektionieren die Kameras weiter, die Victors Namen tragen. Und wir bemühen uns beständig, seinem Beispiel zu folgen; die nützlichsten Aspekte der mordernen Technologie zu übernehmen, sie mit traditioneller Qualität und Handwerkskunst zu kombinieren und Spitzen-Werkzeuge herzustellen, die in fünfzig Jahren noch genauso zuverlässig sein werden, wie sie heute innovativ sind.

Camera model
Exposure time
Aperture
ISO
Exposure mode
Auto exposure Manual exposure Auto bracket
Photographer